VG-Bürgermeister Johannes Bell freute sich Günter Burzywoda erneut zu einem Vortrag begrüßen zu dürfen. Nach seinem beeindruckenden Vortrag zur Stressbewältigung, folgte nun ein weiterer zum Thema Digitalisierung.

“Schön, dass Unternehmer da sind zu einem spannenden Thema, welches jeden betrifft”, freute sich Bell auf den Abend. In seinem Impulsvortrag im Wappensaal des Rathauses bezog sich Günter Burzywoda auf die sogenannte Oxford Studie von Frey und Osborne sowie eine aktuelle Studie der INGDiba und beschrieb, dass die Digitalisierung zu radikalen Veränderungen in allen Branchen führt, und von den rund 30,9 Millionen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen rund 18 Millionen akut bedroht sind. Man kann sich ausmalen was das für die Region Brohltal bedeutet. „Fatal ist, dass die meisten Unternehmen noch nicht erkannt haben, dass wir uns bereits mitten in dieser Transformation befinden und das Digitalisierung weit mehr ist als IT oder „arbeiten mit Internetanschluss ist“, sagte Burzywoda. Digitalisierung ist in erster Linie anderes Denken, das mit Hilfe modernster Technologie in der Lage ist die Spielregen in Branchen komplett zu verändern. Apple hat mit itunes die gesamte Musikindustrie innerhalb von nur 5 Jahren verändert und CD Produzenten überflüssig gemacht. Heute können kleine Unternehmen aus dem Silicon Valley mit Hilfe disruptiver Technologien ganze Branchen innerhalb weniger Jahre auf den Kopf stellen. Lange haben z.B. Taxifahrer uber ignoriert. Heute werfen sie mit Steinen nach uber Fahrern, weil diese ihre Arbeitsplätze vernichten. Ebenso wurde airbnb jahrelang ignoriert und ist heute die größte „Hotelkette“ weltweit, obwohl das Unternehmen nicht einen Quadratmeter Boden besitzt. Selbst wenn die Berechnungen der ING Diba Studie nicht in vollem Umfang zutreffen, werden in den kommenden 5 Jahren hunderttausende Menschen arbeitslos. Nach dem Grundsatz, "alles was digitalisiert werden kann wird auch digitalisiert", werden rigoros alle Routinetätigkeiten durch Maschinen oder durch Software ersetzt. Der Verkäufer an der Kasse im Supermarkt wird durch Self-Service Kassen ersetzt, der LKW Fahrer durch autonome Fahrsysteme, und Lagerarbeiter durch automatisierte Lagersysteme. Gleichzeitig entstehen tausende neue Arbeitsplätze in neuen Berufen, die heute noch kaum einer kennt: Scrum Master, Search Engine Optimizer oder Data Warehouse Manager. In der Vergangenheit hat es bereits drei sogenannte industrielle Revolutionen gegeben. Der Unterschied zur 4. industriellen Revolution, in der wir uns jetzt befinden, ist die extreme Dynamik und Geschwindigkeit, mit der sie abläuft. Unternehmen und Menschen habe kaum die Zeit die erforderlichen Lernprozesse und Veränderungen vorzunehmen. Seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 hat sich innerhalb von nur 10 Jahren das Kommunikationsverhalten der Menschen radikal verändert. Die Frage ist nicht, ob sich Unternehmen auf diese Entwicklung einstellen, sondern nur ob sie es freiwillig und selbstbestimmt tun, oder gezwungen und fremdbestimmt. Als Kernaussage betonte Burzywoda: „Die größte Herausforderung in dieser gewaltigen Transformation ist, dass die benötigten Schlüssel-Fähigkeiten wie z.B. Kreativität, Mut, Flexibilität und Resilienz, die benötigt werden um die Veränderung meistern zu können, im etablierten Bildungssystem nicht vermittelt werden und folglich nicht, oder nur in Ansätzen vorhanden sind. Es reicht eben nicht zu wissen, dass man kreativ und felxibel sein soll wenn man es in der Praxis nicht ist. Unternehmen die weiterhin erfolgreich sein wollen müssen daher selber aktiv werden und jetzt handeln.“ Daher startet die Volksbank RheinAhrEifel zusammen mit der Verbandsgemeinde Brohltal eine Unternehmer Initiative mit dem Ziel, die benötigten Schlüssel-Fähigkeiten aufzubauen, um die anstehenden Herausforderungen optimal meistern zu können. Ein Unternehmerworkshop ist für August 2017 geplant. Interessenten können sich gerne an die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde oder an die Volksbank RheinAhrEifel wenden.

Bilder und Bildunterschriften: ar

Foto: VG-Bürgermeister Johannes Bell und Wirtschaftsförderer Peter Engels freuten sich gespannt mit den zahlreichen Gästen auf den Vortrag von Günter Burzywoda, in dem er präsentierte, was in den nächsten Jahren auf die Menschen zukommt.

Veröffentlicht: Mittwoch, 24. Mai 2017 12:17