Der LEADER-Ansatz zielt darauf ab, dass die Akteure aus der Region Rhein-Eifel (Verbandsgemeinden Adenau, Bad Breisig, Brohltal, Vordereifel und Stadt Mayen) ihre Region selbst mitgestalten.

Dafür hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Eifel Fördermittel von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz erhalten, die sie an Projektträger weiterreichen kann. Dabei handelt es sich um Mittel, mit denen gezielt der ländliche Raum gestärkt werden soll. In sogenannten Projektaufrufen wird mindestens einmal jährlich eine bestimmte Fördersumme bereitgestellt. Am 26. April 2017 fand in Mayen die dritte Projektauswahl durch das LAG-Entscheidungsgremium statt. Das Entscheidungsgremium besteht aus den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden Adenau, Bad Breisig, Brohltal und Vordereifel, dem Oberbürgermeister der Stadt Mayen, der WFG am Mittelrhein, vier Partnern aus der Wirtschaft und vier Partnern aus der Zivilgesellschaft.

Von neun eingereichten Projekten erhielten in dieser Runde fünf Projekte einen Zuschuss. Drei Projektträger zogen ihren Antrag vor der Auswahlentscheidung zurück. Ein Vorhaben wurde durch die LAG zurückgestellt, da für die Umsetzungsreife noch wichtige Antragsunterlagen fehlen. Die in dieser Runde nicht berücksichtigten Antragsteller haben die Möglichkeit, im nächsten Projektaufruf ihr Vorhaben erneut einzureichen. Alle Projektträger erhielten in der Sitzung die Chance ihr Projekt persönlich vorzustellen. Die fünf Projekte wurden anschließend durch das LAG-Entscheidungsgremium anhand festgelegter Projektauswahlkriterien als förderwürdig eingestuft. Konkret handelt es sich dabei um folgende Vorhaben:

  1. Familiendorf

Im Projekt „Familiendorf“ geht es um die Frage „Warum lebe ich gerne in …?“. Durch verschiedene Aktionen und Aktivitäten sollen die einzelnen Lebensgruppen (Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren) sich mit der Frage auseinandersetzen, wieso sie gerne in ihrem Heimatort leben. Die Aktivitäten dienen dazu, sich mit Veränderungs- und Verbesserungsvorschlägen für das Zusammenleben auseinander zu setzen. Die verschiedenen Gruppen betrachten dabei ihre Ortsgemeinde aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit an einer Fotoaktion teilzunehmen oder mit einer Drohne ihr Dorf aus der Luft zu betrachten. Eltern werden im Rahmen einer Fragebogenaktion und einer daraus resultierenden Eltern-Kind Rallye eingebunden, für Senioren sind auch verschiedene Angebote geplant. Nach der Durchführung in der Ortsgemeinde Wershofen im Jahr 2017 (Pilotdorf) soll das Konzept 2018 auf die gesamte Gebietskulisse der LAG übertragen werden, das heißt in mindestens einem Dorf je Gebietskörperschaft. Nach einer Zwischenevaluierung Ende 2018 soll das Vorhaben ggf. in den Folgejahren weitergeführt werden. Projektträger ist die Lokale Aktionsgruppe Rhein-Eifel.

  1. Optimierung der Rettungskette

Die Rettungskette (Chain of Survival) - vom Eintritt eines Notfallgeschehens, über die erste Hilfe durch Laien bis hin zur professionellen notfallmedizinischen Versorgung - ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Das Projekt UNSER*NOTARZT möchte die Kettenglieder der Rettungskette durch den Aufbau von Simulations- und Trainingsräumen für notfallmedizinische Trainings (Anschaffung von Patientensimulationstechnik im ersten LEADER-Förderaufruf) stärken. Der aktuelle Antragsgegenstand ist die Ausstattung für eine Großschadenslage mit einem Massenanfall von Verletzten (MANV) (Anhänger mit Sichtungs- und Versorgungszelt, Tragen und Tragenunterstand). Dies ist ein Teilprojekt des Projekts „UNSER*NOTARZT – Innovation und Tradition“. Projektträger ist der Förderverein St. Josef-Krankenhaus Adenau.

  1. Gesunde Ernährung von Kind an

Die LAG Rhein-Eifel (Projektträger) möchte kindgerechte Kurse zur Ernährungsbildung in Grundschulen in der Region Rhein-Eifel anbieten. Dabei sollen den Kindern wichtige Grundkenntnisse einer gesunden und ausgewogenen Ernährung unter Berücksichtigung der Ernährungspyramide vermittelt werden. Es sollen Ernährungsfehler analysiert sowie Folgen und Auswirkungen einer falschen Ernährung angesprochen werden. Die Kurse sollen themenbezogen durchgeführt werden, z.B. ausgewogenes Frühstück oder rund um die Kartoffel. Passend zu jedem Thema soll eine Broschüre mit Informationen und Rezepten den Kindern mitgegeben werden, so dass eine Nachhaltigkeit gesichert ist. Die Kinder sollen motiviert werden, in der Familie ihr erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten zu Üben und damit als kleine Multiplikatoren in der Familie Impulse für eine gesunde Ernährung setzen.

  1. Beuner Hof

Das Vorhaben „Beuner Hof“ von Dr. Karin Klein (Projektträgerin) umfasst den Wiederaufbau einer historischen Hofanlage (den Beuner Hof in Burgbrohl), deren Grundmauern auf das Jahr 1138 zurückgehen. Hier soll eine Landarztpraxis zur nachhaltigen medizinischen Versorgung der ländlichen Bevölkerung und eine Seniorenwohngemeinschaft eingerichtet werden. Gegenstand der LEADER-Förderung ist die Einrichtung eines Gemeinschaftstraums sowie ein Aufzug, damit der Gemeinschaftsraum barrierefrei erreicht werden kann.

  1. Rollstuhlwanderweg

Der im Stadtwald Mayen-Kürrenberg vorhandene Rollstuhlwanderweg soll erweitert werden. Der neu angelegte Weg stellt eine Verkürzung des jetzigen Wanderwegs dar und soll dazu dienen, mobilitätseingeschränkten Personen die Natur näher zu bringen. Der Weg ist eben und nur mit geringer Steigung angelegt, sodass die 3,3 Kilometer selbst mit einem Rollstuhl oder Rollator befahren werden können. Am Weg soll eine behindertengerechte Inklusions- und Schutzhütte entstehen, in der die Spaziergänger Rast machen und selbst mit einem Rollstuhl problemlos die Toilettenanlage benutzen können. Der Weg dient ganz explizit dazu älteren und behinderten Menschen wieder einen Spaziergang durch den Wald zu ermöglichen. Es wird ein Lern- und Erlebnisangebot geschaffen, das auch für mobilitätseingeschränkte Personen nutzbar ist. Projektträger ist die Stadt Mayen.

Die Ergebnisse der Projektauswahl werden unter www.leader-rhein-eifel.de zusätzlich veröffentlicht. Gleichzeitig wurde in der Sitzung des Entscheidungsgremiums über die Höhe der Fördermittel für den nächsten Projektaufruf Beschluss gefasst. Bis 1. September 2017 besteht die Möglichkeit, Projektideen bei der LAG-Geschäftsstelle einzureichen. Schon jetzt können sich Interessierte, die ein Projekt einreichen möchten, an die Regionalmanagerin Hannah Reisten (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0261-3043927) wenden.

Veröffentlicht: Freitag, 05. Mai 2017 08:58